Orgel Stiftskirche Stuttgart

Die Stiftskirche Stuttgart ist die bedeutendste evangelische Kirche der Stadt und ein zentrales Wahrzeichen im historischen Stadtkern. Ihre Ursprünge reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück; die heutige Gestalt ist wesentlich durch den gotischen Ausbau im 15. Jahrhundert geprägt. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde sie wiederaufgebaut und dient heute als Hauptkirche der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Für die Orgelmusik besitzt die Stiftskirche eine herausragende Stellung als Konzert- und Aufführungsort. Sie verbindet liturgische Praxis mit einem anspruchsvollen Konzertbetrieb, wobei besonders der "Internationale Orgelsommer" zu nennen ist, eine seit Jahrzehnten etablierte Konzertreihe mit namhaften Organisten aus aller Welt.

Die 2004 eingeweihte Mühleisen-Orgel gilt als eines der wichtigsten modernen Orgelinstrumente in Süddeutschland. Sie zeichnet sich durch eine klare, stilistisch vielseitige Klanggestaltung aus, die insbesondere Werke vom Barock bis zur Moderne authentisch interpretierbar macht. Damit trägt sie maßgeblich zur überregionalen Bedeutung der Stiftskirche als Zentrum der Orgelmusik bei.

Die Orgel wurde im Rahmen einer großen Sanierung des Kirchenraumes neu gebaut. Schwerpunkt der Sanierung war eine neue Decke im Kirchenraum, wobei die Akustik durch große unter der Decke aufgehängte Glassegel deutlich verbessert wurde. Die Orgel ersetzt die nach dem Krieg eingebaute Orgel der Firma Walcker, ebenfalls ein bedeutendes Instrument, und verwendet große Teile des Pfeifenmaterials der Vorgängerorgel. Sie ist sowohl von der Disposition als auch von der architektonischen Anlage her sehr universell ausgelegt, was ihr aber durch sorgfältige Disposition und Intonierung in keinster Weise zum Nachteil gereicht. Die klassische barocke Werkstruktur findet sich auch hier mit dem Hauptwerk, den Pedaltürmen und dem Rückpositiv, die von der Empore aus frei in den Raum strahlen. Dahinter im Turmraum stehen die beiden großen romantisch ausgelegten Schwellwerke, deren Klang im Raum nicht ganz so direkt wahrgenommen wird und die eine sehr große Dynamik aufweisen. Das Ganze verschmilzt zu einer klanglichen Einheit vom leisesten Säuseln bis zum mächtigen Tutti.