Beschreibung

Die symphonische Konzertorgel in der Mercatorhalle Duisburg
Die Orgel wird oft mit sakralen Räumen assoziiert, doch ihre Geschichte reicht weit über die Kirche hinaus: Schon in der Antike erklang sie in römischen Arenen und an Fürstenhöfen. Im 19. Jahrhundert erlebte sie in England als Konzertinstrument eine Blütezeit. Virtuosen wie William Thomas Best gaben populäre Nachmittagskonzerte in Stadthallen, die dank günstiger Eintrittspreise ein breites Publikum erreichten. Diese Tradition lebt bis heute in den "Promenade Concerts" der Royal Albert Hall fort.
Die Konzertorgel in der Philharmonie Mercatorhalle Duisburg steht in dieser englisch-symphonischen Tradition. Klangliche und optische Vorbilder waren unter anderem die Orgeln der Caird Hall in Dundee (1923, Harrison & Harrison) und der Usher Hall in Edinburgh (1913, Norman & Beard). Das Instrument wurde exakt auf die Raumakustik der Mercatorhalle abgestimmt. Anders als Kirchenorgeln zeichnen sich englische Konzertorgeln durch eine mehrdimensionale Klangausbreitung aus, die mit Chor und Orchester verschmilzt.
Ein technisches Merkmal ist die Winddruckdifferenzierung innerhalb eines Werkes. Dies erfordert zahlreiche Windladen und Bälge und macht eine elektrische Traktur unverzichtbar. In Duisburg sorgen fünf Ventilatoren, vier unabhängige Windsysteme, 20 Bälge und 35 Windladen für Winddrücke zwischen 102 mm und 381 mm Wassersäule – bis zu fünfmal mehr als bei Standardorgeln.
Die 4.349 Pfeifen wurden nach englischen Vorbildern gebaut. Weißblech-Stimmringe ermöglichen eine schonende Intonation, Holzstöpsel bei gedeckten Metallpfeifen zeigen deutschen Einfluss. Der englische Orgelbau bietet eine Vielzahl an Intonierhilfen wie Bärte, Expressionen, ausgefeilte Kernspaltenbehandlung oder belederte Oberlabien. Auch bei Zungenstimmen sind Kehlen-, Zungen- und Becherformen klangprägend.
Mit vier Manualen und 72 typisch englischen Registern liefert die Eule-Orgel einen satten, sphärischen Klang. Sie eignet sich für Musik von der Barockzeit über die Spätromantik bis hin zu zeitgenössischen Genres – und zählt damit zu den vielseitigsten Instrumenten Europas, das Organisten und Organistinnen aus aller Welt anzieht.
Die Mercatorhalle
Die Mercatorhalle Duisburg, gelegen im modernen CityPalais im Herzen der Stadt, ist ein zentraler Veranstaltungsort für Musik, Kultur und Kongresse. Seit ihrer Eröffnung im April 2007 dient sie als Heimstatt der Duisburger Philharmoniker und hat sich als erstklassige Adresse für Konzerte, Galas und Tagungen etabliert. Nach einer temporären Schließung zwischen 2012 und 2016 aufgrund von Brandschutzmängeln wurde die Halle umfassend saniert und technisch auf den neuesten Stand gebracht.
Herzstück der Anlage ist der große Konzertsaal, der bis zu 1.745 Besuchern Platz bietet. Er wurde akustisch so gestaltet, dass er flexibel an unterschiedlichste Veranstaltungsformate angepasst werden kann – von Sinfoniekonzerten über Jazz und Pop bis hin zu Kongressen. Bewegliche Schallsegel, regulierbare Vorhänge und ein fein abgestimmtes Reflexionssystem ermöglichen eine variable Akustik auf internationalem Niveau. Die Bühne ist modular erweiterbar, moderne Licht- und Tontechnik sowie eine induktive Höranlage für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen sind ebenso vorhanden wie barrierefreie Zugänge und rollstuhlgerechte Sitzplätze.
Neben dem großen Saal bietet die Mercatorhalle den kleineren Rudolf-Schock-Saal mit rund 529 Plätzen, eine exklusive Lounge für VIP-Gäste und einen flexibel teilbaren Tagungsbereich. Insgesamt stehen über 12.000 m² Veranstaltungsfläche zur Verfügung sowie eine Tiefgarage mit 670 Stellplätzen.
Mit ihrer Verbindung aus funktionalem Design, technischer Exzellenz und kulturellem Anspruch ist die Mercatorhalle ein bedeutendes Zentrum im Ruhrgebiet – ein Ort, an dem Klang, Architektur und städtisches Leben harmonisch zusammenkommen.
Details
Aufnahmetechnik
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Aufnahmetechnik:
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24bit 96kHz
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Kanäle:
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6: Nah (2), Mitte (2), Raum (2)
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Release-Ebenen:
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3: Staccato, portato, lang
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Bearbeitung:
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Proprietäres Denoising Verfahren entwickelt speziell für Pfeifenorgelsamples
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Surround
Das Sampleset enthält Aufnahmen von drei verschiedenen Positionen in der Halle. Die mit Nah bezeichneten Aufnahmen wurden mit Mikrofonen aufgenommen, die auf der Bühne in Höhe der Orgelpfeifen aufgestellt waren. Dies ergibt einen sehr direkten und detailreichen Klang. Die mit Mitte bezeichneten Kanäle wurden von der ersten Zuschauerreihe aus aufgenommen, die mit Raum bezeichneten Kanäle im hinteren Drittel des großen Konzertsaales, der ca. 1600 Leute fasst. Im Idealfall sollten die verschiedenen Kanäle über getrennte Lautsprecherpaare abgestrahlt werden, um den besten Effekt zu bekommen. Mit den Schiebereglern auf der Controls-Seite kann man die Anteile getrennt einstellen.
Tremulant
Die Orgel verfügt über Tremulanten in der Orchestral-, Swell- und Solo-Division. Das Sampleset verwendet spezielle Tremulantsamples, d.h. jede Pfeife in diesen Werken wurde auch mit Tremulant gesamplet. Dieses Verfahren liefert den bestmöglichen natürlichen Tremulantenklang. Es hat aber auch Nachteile: Zum einen sind die Schwingungen der einzelnen Pfeifen nicht synchron, jede schwingt unabhängig für sich, zum Anderen lässt sich die Geschwindigkeit oder Tiefe des Tremulanten nicht nachträglich einstellen.
Stimmung
Die Orgel ist gleichstufig temperiert mit a1=440Hz gestimmt. Dabei sind leichte Abweichungen von der Stimmung vollkommen normal und tragen zum lebendigen Klang des Instruments bei. Bei der Bearbeitung des Samplesets wurden diese kleinen Abweichungen nicht korrigiert, die exakte Tonhöhe allerdings im Sample gespeichert. Lediglich Töne mit größeren Verstimmungen wurden korrigiert, so dass auffällige und störende Verstimmungen beseitigt wurden. In der Hauptwerk-Einstellung Original Tuning erklingt die Orgel somit so lebendig wie die echte Orgel. Wird hingegen in Hauptwerk eine definierte Stimmung eingestellt, wie zum Beispiel Equal (gleichstufig schwebend), wird das Sampleset von Hauptwerk sehr präzise auf diese Stimmung eingestellt. Das führt allerdings zu einem etwas sterilen und weniger lebendigen Klang. Um das zu vermeiden enthält Hauptwerk die Funktion random detuning, um eine Orgel geringfügig zufällig zu verstimmen.
Diese in Hauptwerk eingebaute Zufallsverstimmung kann allerdings für mehrkanalige Samplesets nicht verwendet werden, da es Hauptwerk bis heute nicht ermöglicht sicherzustellen, dass zusammengehörige Samples (Aufnahmen ein und derselben Pfeife in verschiedenen Audio-Kanälen) synchron verstimmt werden. Das Ergebnis ist meist nicht sehr erfreulich. Deshalb sind die entsprechenden Parameter im Sampleset auf 0 gesetzt, so dass die Einstellung random detuning von Hauptwerk keine Wirkung hat. Stattdessen enthält das Sampleset eine eigene Pseudo-Zufallsverstimmung. Dabei kann mit den Schiebereglern auf der Controls-Seite der Grad der Verstimmung eingestellt werden. Die Werte sind für jede Pfeife zufällig bestimmt, aber unveränderbar in der Definitionsdatei festgelegt. Die Einstellung erfolgt getrennt für Zungen- und Labialregister.
Spezielle Features der Orgel
Die Orgel verfügt über einige spezielle Features, die im Sampleset entsprechend nachgebildet sind. Die Schalter für diese Funktionen sind an der originalen Orgel in einer Schublade unter dem rechten Registerpanel verborgen, im Sampleset werden sie auf der Controls-Seite bedient.
Second-Touch im 1. und 2. Manual
Das 1. und 2. Manual verfügen über eine second-touch Funktion. Dies ist ein Feature, welches in Kino-Orgeln weit verbreitet ist. Bestimmte Register oder Koppeln werden erst ausgelöst, wenn die Taste über den ersten Druckpunkt hinaus zu einem zweiten Schaltpunkt gedrückt wird. Damit lassen sich dynamische Abstufungen erzielen, die normalerweise nicht möglich sind. Bei der Eule-Orgel werden folgende Register bzw. Koppeln bei aktiviertem second-touch entsprechend erst bei kräftigerem Tastendruck ausgelöst:
Manual I: Koppel II/I sowie die Register Mercator Trumpet und French Horn (wenn mit IV/I angekoppelt)
Manual II: Hier sind es die Register Tuba Sonora und Carillon.
Pedal Pizzicato
Die Pizzicato-Funktion im Pedal sorgt dafür, dass die Töne bestimmter Register pizzicato gespielt werden, also nur kurz angeschlagen werden, egal, wie lange die Taste gedrückt wird. Auch dieser Effekt ist aus der Welt der Kino-Orgeln übernommen und erlaubt sehr interessante Klangeffekte. Folgende Registerschaltungen sind bei eingeschaltetem Pizzicato aktiv:
Contra-Violone 32' und Sub-Bourdon 32' sind komplett abgeschaltet.
Violone 16', Bourdon 16' und Geigen 16' erklingen pizzicato.
Alle anderen Register erklingen normal.
Schwelltrittkoppel
Die Schwelltrittkoppel verbindet alle schwellabren Werke mit dem linken Schwelltritt (II), so dass dieser als Generalschweller funktioniert.
Vox Strigis (Eulenruf)
Ein Effektregister, bei dem kurz der Ruf einer Eule zu hören ist und im Prospekt eine Eule erscheint. Nach ein paar Sekunden ertönt der Ruf erneut und die Eule verschwindet wieder.
Voraussetzungen
Lizenzbest.
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Software
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Hauptwerk ab Version 5
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Betriebssystem/Rechnertyp
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durch die Hauptwerk-Software bestimmt
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CPU
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mind. 6 Kerne, mind. 3 GHz
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Verfügbarer Festplattenplatz
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mind. 75 GB
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Hauptspeicher (RAM)
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Die Angaben in der folgenden Tabelle geben den Speicherbedarf des Samplesets für verschiedene Rank-loading-options wieder. Dies entspricht dem noch freien Speicher, nachdem die Hauptwerk-Software gestartet wurde.
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compressed |
uncompressed |
| 16 bit |
20 GB |
33 GB |
| 20 bit |
34 GB |
>64 GB |
| 24 bit |
37 GB |
>64 GB |
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Die von Hauptwerk verwendete Komprimierung der Samples ist verlustfrei, d.h. das Laden mit der Option "compressed" verursacht keinen Qualitätsverlust. Allerdings wird beim Spielen des Sets etwas mehr CPU-Leistung benötigt. Die beste Qualität wird beim Laden mit 24-Bit Auflösung erreicht, mit geringen Einbußen kann jedoch auch die Auflösung von 16-Bit gewählt werden. Da dies in Hauptwerk für jedes Register einzeln eingestellt werden kann, ist es möglich, die Ladeoptionen individuell an den verfügbaren Hauptspeicher anzupassen.
Lizenzbedingungen
Die Lizenzbedingungen für unsere Samplesets können Sie hier ansehen.
Installation
Das Sampleset wird ausschließlich als Download (ca. 35 GB) ausgeliefert. Der Download besteht aus mehreren Dateien, die gemeinsam ein gesplittetes Archiv bilden. Zur Installation in Hauptwerk müssen sich diese Dateien alle gemeinsam in einem Verzeichnis befinden. Wählen Sie dann für die Installation die Datei "...part01.rar" aus. Hauptwerk wird automatisch das komplette Set in einem Durchgang installieren. Eine detaillierte Installationsanleitung für Ihre Hauptwerk-Version finden Sie im Hauptwerk Main User Guide. Diesen können Sie in Hauptwerk über das Help-Menü aufrufen.
Während der Installation wird Ihnen die Lizenzvereinbarung angezeigt. Sie können mit der Installation nur fortfahren, wenn Sie die Lizenzvereinbarung annehmen.
Dieses Sampleset ist durch das iLok-System geschützt. Zur Installation und zum Spielen der Orgel wird eine gültige Lizenz für das Sampleset benötigt. Hierzu bekommen Sie nach dem Kauf des Sets einen Aktivierungscode per Mail zugesendet. Die Mail enthält auch die Anleitung zur Aktivierung der Lizenz. Erst nach Aktivierung der Lizenz im iLok Licence Manager kann das Sampleset installiert werden.
Klangbeispiele
Schauen Sie sich das Premierenvideo an, präsentiert von Fraser Gartshore auf Youtube! (Hinweis: Das Titelbild wird für ca 6:30 Minuten angezeigt, bevor das Video wirklich anfängt.)
Auf der Contrebombarde Webseite finden Sie bereits einige Stücke, die mit diesem Sampleset eingespielt wurden.
Hier ist ein Link zu einer Playlist mit diesem Sampleset.